Friedhofsparty mit den Seenomaden

Ein Fest auf den Gräbern der Ahnen – Die Menschen vom Meer



Die Urak Lawoi,oder Menschen vom Meer wie sie sich selbst nennen, sind eine ethnische Minderheit in Thailand, bzw. der südlichen Andamansee. Die Thais nennen sie Chao Lee, Seezigeuner. Sie wurden Anfang des 20.Jarhhunderts dort gezielt angesiedelt um dem in der Straße von Malakka sehr ausgeprägten Piratismus etwas entgegenzusetzen, die Inseln die als Unterschlupf dienten zu besiedeln. Sie sprechen eine eigene Sprache und sind mit ca. 6000 Mitgliedern ein wirkliches indigenes Volk. Die meisten von ihnen sind heute sesshaft, die Kinder unterliegen der thailändischen Schulpflicht. Natürlich kommt es heut zu den üblichen Vermischungen, die sich jedoch durch ihren abgegrenzten Lebensraum der Inselwelt in Grenzen hält.

 

Traditionelle Ramana-Musik vor Ort aufgezeichnet

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Bereist man als Tourie die Inseln macht es einfach nur Spaß durch ihre Siedlungen zu laufen, bei ihnen zu essen und eben mal mitzufeiern. Ihre Longtailboote sind legendär, man kommt nicht um sie herum da es das Verkehrsmittel in der Region darstellt. Mir gefällt an ihnen total ihr eigener, gelassener Lebensstil, das in den Tag hinein leben. No Stress ;-) Oft war ich mit ihnen auf Trips mit dem Boot in der Gegend unterwegs.

 

2011 hatten wir einmal die Gelegenheit an einem ihrer traditionellen Feste teilzunehmen, gefeiert wurde das Phra Chak, ein Fest zu Ehren der Ahnen auf der Insel Koh Jum. Das Fest wird immer zum 3.Neumond des Jahres gefeiert. Diese Party findet direkt auf dem Friedhof statt. Den verstorbenen Angehörigen werden dabei andauernd Opfergaben gebracht, trinkt man wird ein Schluck Thaiwhiskey auf das Grab gegossen, ebenso bekommt der Ahne ab und an eine Kippe. Auch hier sind die Frauen für das leibliche Wohl zuständig, reichen Früchte und Knabbereien an das Grab. Die Party begann schon früh um 9:00, es gab 2 Blöcke, den traditionellen und den modernen. Die Jungen Leute tanzten lieber zu Thaidiscomusik, die älteren frohnten der althergebrachten Ramana-Musik. Es wurde munter und anhaltend im Kreis um die Ältesten getanzt, das alles bei satten 30 Grad im Schatten.

Bei der Ramana Musik ist der älteste Schamane der Vorsänger, es müssen aber mindestens 7 ältere Leute zusammen trommeln. Das ging mal so eben bis gut 13:00, plötzlich erhoben sich die älteren Chefs und binnen weniger Minuten war das gesamte Feld geräumt. Viele fuhren mit den Jeeps rüber ins Dorf zum Essen und Siesta halten, der Rest fuhr mit den Longtails rüber ins Dorf.

Abends wurde dann noch bis in die Nacht hinein im Dorf weitergefeiert, war ein echtes Erlebnis meine lieben Leser.. So nun noch ein paar Pics von der Totenfete, viel Spaß wünscht davy…PS: man waren einige von denen breit ;-) Ein Video von der Veranstaltung zum 3’ten Neumond des Jahres wird es im Laufe des Jahres geben, quasi parallel zur VÖ meines Andamanseefilmes..Die Bilder sind übrigens alles nachbehandelte Jpegs, RAW war damals noch zu fett für mich..

Einen sehr umfangreichen Bericht über die Urak Lawoi kann man hier in englischer Sprache als PDF lesen – Urak Lawoi

Siehe auch meinen Artikel aus der Region  > Grünes Licht der Andamanensee


 


1 Kommentar

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