Palawanos Hoch!

Im Februar / März dieses Jahres bereisten wir wieder für 6 Wochen Südostasien, dieses mal fiel unsere Wahl auf Palawan, dem südlichsten Zipfel des Philippinischen Archipels. Palawan liegt zwischen dem Südchinesischen Meer im Westen und der Sulu See im Osten, hat in etwa die Form einer Banane (also lang und schmal) und ist vergleichsweise dünn besiedelt. Tropische Strände, hohe dschungelbewachsene Berge und eine Flora und Fauna die eher der der Insel Borneo ähnelt, als dem Rest der Philippinen.

Gedacht – getan – Unsere Anreise war recht lang da wir den Weg über Malaysia wählten, in Kuala Lumpur den Flieger nach Manila enterten und dann gleich weiterflogen nach Puerto Princessa, der Hauptstadt Palawans. Die Inselwelt dieser Region ist schlicht fantastisch, tausende kleine, meist aus hohen Karstfelsen bestehende Inseln sind den endlosen Stränden Palawans vorgelagert und oft schnell per Boot zu erreichen. Es gibt unzählige versteckte Lagunen, Höhlen, abgelegende Tropenstrände und eine Meeresfauna die ihresgleichen sucht.

Dieser Artikel soll aber nicht von den Naturattraktionen berichten, sondern vielmehr von seinen Bewohnern. Als Reisender ist man, mal abgesehen von touristischen Hot-Spots wie El Nido im Norden der Insel, auf Palawan vielmehr in die Dorfgemeinschaften integriert als ich das in sonstigen Teilen Südostasiens erlebt habe. Die kleinen Küstendörfer leben meist direkt vom Meer, es gibt dort unzähligen Boote der Fischerfamilien, quasi jeder hat irgendwie mit dem Wasser zu tun. Die Dörfer liegen oft direkt am Strand und einige haben den Tourismus für sich als Einnahmequelle entdeckt. So gibt es einfache Bungalowresorts, die direkt zwischen den Hütten der einheimischen Familien liegen, so ist man immer ganz nah an den Mensche dran.

Sehr gefallen hat mir der Familienzusammenhalt der Philipinos, das Tageswerk wird gemeinsam gestaltet, alle kümmern sich liebevoll um die vielen Kinder, die Alten sind den ganzen Tag dabei und dürfen in Ruhe vor sich herdösen.

Irgendwie musste ich also diesmal auch mehr Menschen fotografieren, meine Hemmschwelle dabei ist aber mit einer fetten Kamera „bewaffnet“ leider sehr groß. So hab ich mir quasi eine Brücke gebaut und oft kleine Konversationen mit den Palawanos gehalten, so war es für mich dann auch einfacher das ein oder andere Bild mitzunehmen. Natürlich ist das ab und an kritisch da man die Situationen die man sieht vorher aufbricht. Manchmal bin ich also auch den anderen Weg gegangen und habe fotografiert um danach mit ein paar Worten oder einfach nur einem Lächeln das Gefühl des „abgeschossen werdens“ zumindest zu mildern. Aber die Menschen dort sind äußerst fröhlich und Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen. Manchmal stellen sie sich schon beim Anblick eines Fotoapparates in Pose… Natürlich gibt es, speziell wenn man uns „Westler“ betrachtet, teilweise gravierende Unterschiede im „Lebensstandard“. Viele Philipinos sind im Verhältnis zu uns schlicht bettelarm, wohnen in slumartigen Ansiedlungen mit bedenklichen hygenischen Bedingungen. Aber wie es so ist, sie kennen das nur so und sind eigentlich alle sehr happy, wohl kaum ein Palawaner würde mit unserem Lifestyle tauschen wollen. Mein Anliegen war auch nicht diese Unterschiede aufzuzeigen oder Bilder von Hüttensiedlungen mit vermeidlich „armen“ Menschen zu machen, sondern vielmehr zu zeigen wie sich ein kleiner Teil des Lebens auf einem paradiesischen Tropenarchipel  wohl so anfühlen mag.

Die Aufnahmen sind mit einer 6D und 3 Linsen von Weitwinkel (16-35 f2.8)  bis Tele (70-200 f2.8) immer bei verfügbarem Licht fotografiert, abends benutze ich ein 50mm f1.4 um bei hoher ISO noch ohne Blitz o.ä auszukommen. Die Bearbeitung bezog sich im wesentlichen auf Kontrast / Helligkeit und Farbsättigung, sowie den Weißabgleich. Es kamen keine Filter oder vorgefertigte Lightroompresets zur Anwendung. Es sind reine Available Light Aufnahmen, ohne Reflektoren, Blitze o.ä. (bis auf eines, vielleicht findet ihr es ja)

Viel Spaß mit meinen Bildern wünscht dave –  Palawanos Hoch!

3 Kommentare

  1. Jeanny

    So fühlt sich das Leben an,! Glücklich, zufrieden, mit sich und der Umwelt im Reinen. Fernab von dunklen Gedanken. Arm, aber doch so viel reicher als unzählige Andere. Klasse Aufnahmen!!!

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  2. Karla Buwert

    sehr gut beobachtet und festgehalten – gefühltes Leben. mehr…

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  3. ursi

    Wow, tolle Foto’s von zufriedenen Menschen :-)

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