In den wandernden Dünen – Die Łącka Góra

Videoclip aus dem Dünengebiet in Youtubequali - Bitte in HD ansehen

In den wandernden Dünen

Lange schon hatte ich vor die polnische Ostseeküste zu erkunden. Viel Geheimnisvolles rangte sich um Nehrungen, tiefe Wälder, menschenleere Strände und große Sanddünen.
Am Pfingstwochenende war es dann endlich soweit einmal in diese Region zu reisen. Ich nahm mir vorher eine Woche Zeit genau zu recherchieren, Google Earthkarten zu studieren etc. bis fest stand ich werde in den Slowinski Nationalpark fahren. Dieser Park in Westpommern (heute die polnische Woiwodschaft Westpommern) erstreckt sich auf der bis zu 2 km breiten Lebanehrung über ca. 30 km entlang der Küste und beherbergt die größten Wanderdünen Europas die als Biosphärenreservat auf der UNESCO-Weltnaturerbeliste stehen.

Auch „Polnische Sahara“ genannt erstreckt sie sich von Rowy im Westen und Leba im Osten (ca. 80km vor Danzig) und beherbergt neben vielen anderen auch die größte Düne, die 45m hohe Lontzkedüne (polnisch Łącka Góra,ca 1.5km lang). Auf dieser Düne, die zum Teil begangen werden darf, wollte ich eine Nacht verbringen und die umliegende Gegend erkunden. Natürlich ist vor Ort dann meist alles anders, Google Earthkarten etc. zeichnen immer nur ein ungenaues Bild der Situation vor Ort. Am ersten Tag nahm ich mir vom Zeltplatz in Leba aus dann die Zeit mir das Gelände genauer anzusehen, die Entfernungen abzuschatzen etc. Mit dem Fahrrad fuhr ich so vom Nationalparkrand durch die Wälder in Richtung der großen Dünen und stoß dabei immer wieder zum Meer durch um später auf meiner Wanderung an der Küstenlinie die Durchbruchsstellen in die Düne auch zu finden. Es war ziemlich erschreckend als ich feststellte das tagsüber dort ganze Schulklassen angekarrt werden (freileich auch mit einem 5km Fußmarsch verbunden) und die Düne sich in einem riesen Buddelkasten verwandelt.

Am Nachmittag des selben Tages marschierte ich dann von Łeba aus in Richtung der großen Düne. 8-10 km sind es immer am Strand entlang, mit ca.10kg Gepäck durch den Sand zu wandern ist nicht ohne, jedoch tat dies meiner Stimmung nicht im geringsten einen Abbruch. Ganz im Gegenteil genoss ich den Weg, keine Menschenseele weit und breit, herrliche Küstenlandschaft an einem bis zu 100 m breiten Sandstrand. Was mir besonders gefiel war die Ursprünglichkeit, das viele Treibholz und die sich ständig ändernden Dünen als Strandbegrenzung. Diese sind teilweise bis an den Strand bewaldet, die Wut des Herbst- bzw. Wintermeeres nagt ständig an ihnen so das überall umgestürzte Bäume, Treibholz etc. herumliegt.

Die Wanderdünen selbst sind streng geschützt, nur ein Teil darf begangen werden. An diese Regel hielt ich mich dann auch weitestgehend, obwohl man für seine Fotos etc. natürlich keine Fußstapfen o.ä im Sucher haben möchte um ein möglichts natürliches Bild der Szenerie zu zeichnen. Ursprünglich hatte ich mir einen ziemlich großen Kegelhügel genau zwischen Meer und Dünen ausgemacht, das verwarf ich dann jedoch um mich an die Regeln des Nationalparks zu halten.

Also richtete ich mein Lager quasi dort ein wo tagsüber der Rummel war. Zu meinem Glück war es gegen Abend jedoch menschenleer dort. Einfach herrlich diese Szenerie, im Norden sieht man die Küstenlinie der Ostsee, hinter einem befindet sich die steile Abbruchkante der Düne gerade dabei einen Erlenwald zu verschlingen und sich in den Lebasee zu wälzen. Der Sand ist ostseetypisch sehr fein und hell, das gesamte Schauspiel mutet an wie von einer anderen Welt. Nachts wurde es dann auch empfindlich kalt, eine frische Brise wehte von der See her doch der Himmel war sternenklar. Die zu dieser Jahreszeit (Mittsommer im Juni) nicht enden wollende blaue Stunde tat ihre Wirkung noch dazu. Eigentlich geht Mitte Juni dort oben die Sonne gar nicht mehr richtig unter, bzw. taucht nicht so tief unter den Horizont, so das ständig ein rotes Band am Horizont zu sehen ist. Sonnenauf- und untergang finden über dem Meer statt.

Insgesamt eines meiner intensivsten Erlebnisse, ist man allein unterwegs bekommt alles noch einmal eine tiefere Wirkung. In jedem Falle werde ich diese Region noch öfter besuchen, es gibt einfach total viel zu erkunden, Land und Menschen sind sehr einladend und freundlich. Viel Spaß nun also mit den Bildern und dem kleinen Videoclip wünscht euch euer dave…

Zappt mit den Pfeiltasten <-  -> durch die Pics,das gesamte Bild- und Videomaterial ist innerhalb von 36 Stunden entstanden.

 

 

6 Kommentare

  1. Sabine Kersten-Mutter

    Wunderschöne Bilder von einer wunderschönen und aussergewöhnlichen Landschaft , auch die Musik dazu ist passend und stimmig . Am liebsten würden wir auch mal dahin , danke fürs Einstellen und Gruss von Sabine

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  2. Adam

    Sehr schön!
    Ein absolut stimmungsvoller Clip, der die Bezeichung ‚bewegte Bilder‘ wahrlich verdient.
    Und Fotos, die mir einen echten Eindruck der Gegend vermittlen und gleichzeitig auch einfach schön anzusehen sind.
    Ich erkenne auch die Qualität der Aufnahmen: Die gelungenen Einstellungen, die ‚richtige‘ Nachbearbeitung/Entwicklung und kann mir vorstellen, dass das was Du hier zeigst wirklich die besten Aufnahmen sind. Wahrcheinlich ist die Auswahl garnicht so einfach gewesen.

    Wenn ich mir Deine Bilder hier ansehe, Dein Video betrachte, dann errinnert mich das sehr an mich.
    Ich kann mich (so glaube ich) verdammt gut reinfühlen, wie es Dir erging/geht wenn die so unterwegst bist, die Natur genießt, wie Du die BIlder ’schießt‘ und einfach lebst und liebst was die Natur Dir da schenkt.

    Danke für’s Teilhaben-lassen.
    Adam

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  3. Claudia

    Hallo Dave,

    sehr schöner Beitrag und ganz imposante Bilder. In diese Gegend müssen wir auch noch unbedingt. Sieht schon fast aus wie in Afrika.

    Liebe Grüße
    Claudia

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  4. Alicja

    It was a nice to met you there around 2AM :)

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  5. Bernd Karlik

    Moin Dave!

    Echt gut geworden… fühle mich gerade als wär ich dort gewesen!

    Liebe Grüße aus Wien,
    Bernd

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  6. margreth wyder

    dave…, das ist ganz grosse klasse…, traumhaft schööön und intressant…! danke viiiel mal fürs zeigen <3

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